Roadtrips

Zero minutes until arrival – Mamlo Japan Trip Part I

Torii auf Miyajima

Soh, nach ein paar Tagen im Kühlschrank-Büro und dem Eiswasser-Eimer auf dem Kopf, fühle ich mich so frisch und voller Adrenalin, dass ich ganz außerplanmäßig damit losgelegt habe, unseren Roadtrip durch Japan zu dokumentieren :o)…eigentlich wollte ich meine Gedanken erst einmal sortieren…aber in meinem Kopf ist so eine Flut an Eindrücken, Bildern und Zitaten, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll…

Am Anfang stand eine defekte Boing 747 (ich glaub ja, der Pilot hat einfach den Not-Aus-Schalter gedrückt, weil er die Landung des neuen A-350 miterleben wollte), eine Stunde Verspätung und eine ortskundige Stewardess, die mir über Sibirien erklärte, dass die verbliebenen 90 Minuten Zeit zum Umsteigen für einen Flughafen wie Haneda eher sehr optimistisch sind…aber wir wollen doch ’nur‘ Umsteigen?!…und dann guckt man auf diese langweilige ‚Airshow‘ (und ich frage mich immer noch, wo der Wortteil ‚Show‘ dabei herkommt) und sieht die verbleibende Flugzeit runtertickern…

Bei Flugreisen im nahen Mittelmeerraum landet man IMMER 5 Minuten vor Ablauf…bei uns stand 0:00 und wir waren gefühlt noch auf Reiseflughöhe…im Folgenden eine freundliche aber wenig Englisch sprechende Dame vom Bodenpersonal ansprechen, im Laufschritt zum Gepäckband, weil sie zumindest zum Ausdruck bringen konnte, dass wir unsere Koffer zunächst abholen müssen, um sie nach erfolgter Einreise und Zollkontrolle wieder am nächsten Schalter aufzugeben…um dann das Abfluggate zu suchen…das im anderen Terminal ist…20 Bus!-Minuten entfernt…bis dahin dachte ich immer, dass es schlechter Regisseur-Geschmack ist, Leute in Flughäfen rennen zu lassen…ich sag euch, wir waren Oscar-reif…aber wir haben den Flieger nach Hiroshima geschafft…wenn ich heute an diese Szenerie zurück denke muss ich wirklich schmunzeln :o)

Terrasse Hotel Flex by Mamlo Connection

Terrasse im Hotel Flex Hiroshima

Aussicht aus unserem Zimmer im Hotel Flex

Aussicht aus unserem Zimmer im Hotel Flex

Für diese etwas stressige Anreise hat mich dann das Wiedersehen mit Herrn Mamlo entschädigt…und das sehr coole Hotel Flex in Hiroshima mit einer extrem chilligen Terrasse am Fluss…und der Rotwein, den Herr Mamlo uns mitgebracht hatte ;o)

Unsere ganz private Terrasse in der 10. Etage über Hiroshima

Unsere ganz private Terrasse in der 10. Etage über Hiroshima

Die Kinder sind von der Hotelterrasse auf die Promenade ausgeschwärmt um Zikaden zu suchen (und die sind wirklich hässlich) und wir konnten bis in den späten Abend quatschen #perfekterMoment!

Die Eindrücke und Gefühle am ersten Tag, als wir den Atom-Bomb-Dome und den Memorial-Park besichtigt haben, kann ich gar nicht in Worte fassen…nur einen Gedanken, den ich an diesem Tag sehr eindringlich hatte ‚Und zu so etwas sind Menschen fähig…‘

Atomic-Bomb-Dome in Hiroshima

Atomic-Bomb-Dome in Hiroshima

Andere sehr kurzsichtige menschlichen Gefühle, die mich sonst immer auf (Fern-)Reisen plagen nämlich ‚DURST‘ und ‚PIPPI‘ hatte ich nicht…nicht an diesem ersten Tag und nicht einmal während unserer 3-wöchigen Reise und das aus folgenden Gründen…an jeder, aber wirklich an jeder Häuserecke (und das kann auch im 20-Meter-Abstand sein) steht mindestens ein Getränkeautomat…immer gekühlt, immer aufgefüllt mit einer faszinierenden Auswahl und immer sehr günstig! UND an jeder zweiten Ecke ist eine öffentliche Toilette, die, was die Sauberkeit betrifft, unsere Bürotoilette (und die ist für eine öffentliche Toilette ziemlich relativ sauber) um Längen in den Schatten stellt…jede Dame kann diese Erleichterung nachempfinden, wenn man immer soviel trinken kann wie man Durst hat, ohne sich jemals Sorgen machen zu müssen, wo man das wieder los wird, was man getrunken hat..mit dieser Erkenntnis war der Urlaub schon auf entspannten Erfolg programmiert! ;o)

Dass die Klobrillen immer vorgewärmt sind, muss man nicht gut finden, die Plätschergeräusche auch nicht wirklich und die Toiletten-Schuhe, die ich despektierlich Klo-Schlappen genannt habe, sind auch speziell…ja, ich gebe zu, auf Miyajima habe ich meine Flip-Flops nicht gegen die Klo-Schlappen eingetauscht (hat ja keiner gesehen)! Dort haben wir in einem landestypischen Gästehaus genächtigt und auch wenn ich sonst nicht der Gemeinschaftsbad-Typ bin, den Sonnenuntergang vor unserem Fenster, die Nachtwanderung zum Torii und die Nacht auf den Tatami-Matten möchte ich nicht missen…und auch das Frühstück in der Gemeinschaftsküche mit zwei französischen und einer italienischen Familie war cool und entspannt…so lernt man Leute kennen ;o)

Itsukushima-Schrein auf Miyajima

Itsukushima-Schrein auf Miyajima

Auf Miyajima haben wir auch gelernt, was es heißt, wenn ein Lokal um 17 Uhr schließt…wenn man erst um 16:40 Uhr kommt…und noch ganz normal um 16:45 Uhr die Bestellung aufgenommen wird, würde man hierzulande denken, dass die Küche lediglich um 17 Uhr schließt…zumal das Restaurant noch voller Japaner war! Erstaunlich war, dass das Essen schon um 16:50 Uhr auf unserem Tisch stand…völlig irritierend dann, dass um 16:55 Uhr alle, aber auch wirklich alle Japaner ihre Suppenschüsseln an den Hals setzten, um die letzten Soba-Reste runter zu kippen…fertig…und tüss…und da saßen wir dann, alleine im Restaurant, hinter uns hatten sich die Kellner wie beim Traumschiff aufgereiht…vor allem Herr Mamlo mit seinem ganzen Räucheraal und seinen 12 gegrillten Austern…na wohl bekommts :o)…meine noch volle Sake-Flasche habe ich dann eingepackt und zum Sonnenuntergang ‚genossen’…also die Japaner können Vieles sehr gut…aber weinähnliche Getränke eher nicht…

Fischplatte auf Japanisch

Fischplatte auf Japanisch

Grausiger Sake und extrem herbes Bier

Grausiger Sake und extrem herbes Bier

Mit dieser Erkenntnis möchte ich den Mamlo Japan Trip Part I abschließen…im zweiten Teil wird es um unsere Weiterreise nach Osaka und unsere Erlebnisse in, um und um Osaka herum gehen…es wird nicht weniger lebhaft, das kann ich euch jetzt schon versprechen!

Für alle geografisch Interessierten: unsere Reiseroute von Hiroshima über Miyajima nach Osaka…wobei die Fahrt nach Osaka fast einen eigenen Part ausmacht :o)
Route Part 1 Hiroshima - Miyajima - Osaka

 

 

 

 

 

In diesem Sinne,
Mata ne
Christina

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5 Kommentare

  • Antwort
    Gebhard
    28. August 2014 at 22:31

    Sehr schön. Bin schon beeindruckt. ;-) Liest sich echt toll.

    xxx

  • Antwort
    Tiffy
    30. August 2014 at 15:10

    Die Challenge hast du gewonnen Tina ;-)))

  • Antwort
    Sabine
    6. April 2015 at 14:52

    Liebe Christina,
    auweia, da habt Ihr ja was mitgemacht und Euch den Rotwein dann natürlich auch verdient :-) Vielen Dank für Deine Teilnahme an der Blogparade.

    Viele Grüße,
    Sabine

    • Antwort
      Christina
      6. April 2015 at 14:57

      Sehr gerne! Ich freue mich auf weitere tolle Beiträge bei Gecko Footsteps!
      Herzlichst,
      Christina

  • Antwort
    Zusammenfassung Blogparade "Mein schönster Reisemoment" - 37 Blogger erzählen - www.geckofootsteps.de
    6. Mai 2015 at 7:37

    […] von Mamlo Connection erlebte ihren schönsten Reisemoment bei einem Glas Rotwein auf ihrer Terrasse in […]

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