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Vier Techniken für weniger Stress

Weniger Stress Titel

Schön, dass ihr euch ein paar Minuten genommen habt, um diesen Text zu lesen. Ist ja nicht selbstverständlich. Schließlich müsst ihr einen Termin beim Kinderzahnarzt machen, Mutti zurück rufen, Sport machen, im Bio-Laden einkaufen, die Präsentation fürs Meeting morgen fertig machen…was auch immer, auf jeden Fall ganz viel davon!

Seid ihr sicher, dass ihr genügend Zeit zum Lesen dieses Textes habt?

Auf jeden Fall habt ihr nicht genügend Zeit, um euch mit einem Kaffee hinzusetzen und zu lesen, oder?! War das eigentlich schon immer so, oder hat sich die Zahl der Aufgaben, denen wir jeden Tag hinterherhetzen verdreifacht? Da kommt wohl beides zusammen und potenziert sich: wir hetzen zwischen Kindern und Karriere und dabei sind wir ständig bemüht großartig auszusehen und uns den Stress nicht anmerken zu lassen. Zum täglichen, kaum in 24 Stunden zu bewältigenden Aufgabenpensum laden wir uns dann noch eine gehörige Dosis Freizeitstress oben drauf. Statt uns einfach mal spontan mit Freunden zu treffen, vereinbaren wir Wochen im Voraus „Termine“ mit Freundinnen und befreundeten Familien und tragen sie mit Zeitspanne und Aktivität in den Kalender ein, als geht es um ein Zielerreichungsgespräch mit dem Chef!

Wer würde zugeben wollen, Zeit für Entspannung zu haben?

Entspannung?! Das klingt ja nach fehlender Auslastung…als karrierebewusste und engagierte Mutter hat man doch immer eine Idee parat, wie man Lücken im Terminkalender sinnvoll füllen kann, oder?! Jetzt könnte man an dieser Stelle darüber lamentieren, dass wir uns den Stress doch meistens selber machen. Männer kaufen einfach einen fertige Kuchen beim Bäcker für die Schulfeier, statt noch eben schnell abends um halb zehn einen Vollwert-Dinkel-Kuchen aus dem Backofen zu schütteln. Männern nimmt es auch keiner übel, wenn sie eine Einladung von Freunden vergessen…hat doch eh die Frau im Blick und die besorgt auch frühzeitig das entsprechende Gastgeschenk.

Außerdem entspannen Männer anders – sie nennen es einfach „Arbeit“ und schon gibt es Applaus von allen Seiten. 3 Stunden Gartenarbeit hier (der Name sagt es schon), 2 Stunden mit Kärcher oder Fahrradreparatur-Set dort…und, ganz wichtig, immer laut genug, um sich auszublenden und Fragen/Streit/Toben der Kinder aus dem Weg zu gehen. Wir hingegen ‚dürfen‘ am Wochenende Shoppen gehen – dass es mit einem entspannten Cappucchino-Trip so gar nichts gemein hat, an einem Samstag durchs überfüllte Einkaufszentrum zu hetzen, um Geschenke für Kindergeburtstage, Bastelutensilien und neue Hallenturnschuhe zu besorgen, ist dabei scheinbar nur dem weiblichen Teil der Familie bewusst!

Ihr möchtet mehr Zeit?

Naja, ich kann euch nicht sagen, wie euer Tag mehr Stunden bekommt, aber mit diesen 4 Methoden könnt ihr eure Aufgaben besser sortieren, den Überblick behalten und dadurch den Stress verringern…

#1 Die Eisenhower-Matrix

Mit der Eisenhower-Matrix lassen sich Zeitfresser und Zeitdiebe identifizieren. Und so geht’s:

Eisenhower-Matrix
Ihr zeichnet vier Felder und teilt eure Aufgaben nach dringend und wichtig auf. Aufgaben aus dem ersten Bereich werden sofort und selber erledigt, für den zweiten Bereich überlegt ihr, wann ihr die Aufgaben erledigen wollt. Der dritte Bereich wird an Haushaltshilfen, Kinder oder den motivierten Ehemann ‚abgegeben‘ und der vierte Bereich kann in die Ablage P(apierkorb) :-)

#2 Die Not-to-do-Liste

Oh man, noch eine Liste? Ja, aber eine ganz besondere! Denn auf diese Liste schreibt ihr alles, was euch das Leben vollrümpelt. Ihr checkt alle 15 Minuten, wer auf Facebook etwas postet und ruft ununterbrochen dienstliche und private Mails ab? Ihr rennt zweimal am Tag los, um irgendein Teil zu besorgen, was eines der Familienmitglieder selber vergessen hat zu besorgen? Schluss damit! Schreibt diese Mini-Zeitfresser auf die Liste und räumt am Tag maximal 30 Minuten dafür ein…morgen ist auch noch ein Tag!

#3 Die App Wunderlist

Wenn man eh schon den ganzen Tag das Smartphone in der Hand hat, kann man sich auch gleich eine praktische App zunutze machen. Wunderlist ist eine schlichte und einfache To-do-Listen-App die hilft, einfache Aufgaben zu verwalten…und das auf all unseren Geräten, denn der Dienst speichert und synchronisiert alles automatisch. Erinnerungen, wiederkehrende Aufgaben, Einladungen…nichts geht mehr im Zettelchaos verloren und wir haben es immer dabei!

#4 Die ALPEN-Methode

Sie hat nichts mit einem europäischen Gebirge zu tun, sondern ist eine Technik aus dem Zeitmanagement, um Tagespläne zu erstellen. Aufgaben, Länge, Puffer, Entscheidung, Nachkontrolle – am einfachsten geht es mit einer Tabelle! In die erste Spalte schreibt ihr morgens, was ihr an diesem Tag erledigen wollt. In die zweite Spalte kommt, wie lange es dauert, in die dritte ein Zeitpuffer von 40%. In die vierte Spalte kommt die Entscheidung, ob die Aufgabe wirklich heute erledigt werden muss. Am Abend hakt man in der letzten Spalte ab, ob die Aufgabe erledigt ist, oder nicht. Die Methode hilft uns dabei, realistischer abzuschätzen, wie lange Aufgaben wirklich dauern und wie viele in einen Tag passen!

Aber entscheidend bleibt doch die Frage, wie viel euch freie Minuten, nur für euch, wirklich wert sind? Denn es geht schließlich nicht darum, noch mehr Aufgaben in einen Tag zu bekommen, sondern öfter Zeit zu haben, um Luft zu holen – und auch mal rein gar nichts von der To-do-Liste abzuarbeiten.

Und welche Strategien habt ihr entwickelt, um euch Zeit zum Luftholen zu verschaffen? Ich bin gespannt auf eure Tipps, dann es kann nur besser werden ;-)

Herzlichst,
Christina

 

*Links im Text sind rein informativ!

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