Vegetarisch für Anfänger

Vegetarisch für Anfänger – Scharfe Sauerkrautsuppe

Scharfe Sauerkrautsuppe Titel by Mamlo Connection

Eigentlich könnte man sich als Vegetarier ja ein bisschen ins Fäustchen lachen und sich ein Fleisssternchen an die Dunstabzugshause pappen, seit die Weltgesundheitsorganisation amtlich festgestellt hat, dass Salami und Mettwurst der Krebstod auf Raten sind. Aber jetzt mal ehrlich, wie lebensnah sind solche Studien eigentlich und wie aussagekräftig dadurch ihre Ergebnisse?

Jedem Horror eine passende Studie

Da wird plötzlich nicht nur festgestellt, dass viele ekelige Dinge in der Wurst sind, von denen man am Bratwurst-Grill lieber nichts wissen möchte, da kommt bei der WHO Geräuchertes und Gepökeltes schnell in die gleiche Kategorie wie Asbest, Röntgenstrahlen und Rauchen. Und dabei ist es egal, ob bio oder kein-Platz-im-Stall. Der Vegetarier-Bund reagiert mit verhaltener Schadenfreude und sieht sich durch die Studie einmal mehr bestätigt. Mit quasi-religöser Inbrunst wird dabei auf allen Seiten um das „richtige“ Essen gerungen. Aber gerade die Weltreligionen waren es ja auch, die schon vor mehreren tausend Jahren ihren eigenen Ernährungskodex erfunden haben. Heute zählt nicht mehr so häufig das Paradies als angestrebtes Ziel, wohl aber moralische Überlegenheit und/oder ewige Jugend und Schönheit als Grund sich beim Essen Regeln zu geben. Was muss ich essen um uralt zu werden – und dabei grandios schlank und unwiderstehlich auszusehen und dabei bestenfalls auch noch die Welt zu verbessern?! Jede These findet da schnell ihre eigene Gemeinde.

Von ständigen Optimierern und Realitätsverweigerern

Gesundheitsbewusst kann man sein, aber nicht gesundheitshysterisch, den eigenen Prinzipien treu bleiben, auch wenn die nächste Studie einem plötzlich sündhafte Laster andichten will. Vegetarier sind gesünder, aber warum? Der Mensch ist schließlich ein Gesamtkunstwerk, das sich in freier Wildbahn bewegt. Neben der Ernährung sind wir so vielen anderen Umweltfaktoren ausgesetzt, dass sich wirklich nur schwer sagen lässt, wie viel Lorbeeren da auf die Ernährung entfallen. Wir treiben Sport, oder auch nicht, wir trinken ein Gläschen Wein, oder auch drei, ab und zu greift man auf einer Party zur Zigarette oder ist im Job in einem nervenaufreibenden Projekt gefangen. Und all das hat Einfluss auf unsere Gesundheit und die Wahrscheinlichkeit krank zu werden.

Vegetariern wird jedenfalls nachgesagt, dass sie grundsätzlich mehr auf ihren Körper achten, weil sie sich mehr mit ihrer Ernährung auseinander setzen als ’normale‘ Allesesser. Auch machen viele Vegetarier Yoga…oder sind Yogis häufig vegetarisch unterwegs?! Wer weiß da schon, was Henne und was Ei ist (an dieser Stelle einmal eine unvegane Metapher ;-) )

Warum Alkohol fruchtbar macht

Viele Studien basieren außerdem auf Fragebögen – und rückblickend baut man sich seine eigene Realität ja dann auch gerne rosiger, als sie ist…Alkohol ‚höchstens einmal im Monat‘ (wenn diese Woche nicht gerade Mädelsabend ist, die Freundin ihren neuen Job mit einem Sekt feiert oder der Mann zum Kochen den Rotwein geöffnet hat) und ‚meisten‘ kauft man ja auch im Bio-Markt (obwohl das Kreuzchen korrekterweise bei ‚würde gerne häufiger im Bio-Markt kaufen‘ sein müsste).

Die wirtschaftlichen Interessen bestimmter Lobby-Gruppen bringen die mitunter absurdesten Schlussfolgerungen hervor. Dänische Forscher z.B. beobachteten, das Frauen, die öfter und mehr Alkohol tranken schneller und häufiger schwanger wurden. Der Mythos: Alkohol macht fruchtbar! Die Wahrheit: die zu Umtrünken neigenden Frauen waren geselliger und hatten somit einfach häufiger die Gelegenheit ihre Eizellen befruchten zu lassen (und waren vielleicht nach dem 5. Piccolo auch nicht mehr ganz so wählerisch – unqualifizierte Anmerkung!).

Aber wie war ich eigentlich darauf gekommen?! Ach ja, die amtlich belegte Verteufelung von Fleisch. Na, dann mache ich es euch doch einfach, mit einem neuen „Vegetarisch für Anfänger“ Rezept. Sicherlich könnte man durch die eine oder andere Studie auch noch belegen, warum das Sauerkraut als Superfood taugt und warum roter Pfeffer scharf macht. Aber für heute lasst es euch einfach schmecken!

Scharfe Sauerkrautsuppe by Mamlo Connection

Scharfe Sauerkrautsuppe mit Räucher-Tofu

(für 2 Personen)

250 g                     Sauerkraut
150 g                     Porree
150 g                     Kartoffeln
20 g                       frischer Ingwer
2                            Knoblauchzehen
3/4 l                     Gemüsebrühe
1/2 TL                  Rosa Beeren (roter Pfeffer)
150 g                     Räucher-Tofu
Weißwein- ode Würzessig, Sesamöl, milde Currymischung, Sojasoße

  1. Das Sauerkraut abtropfen lassen. Den Porree in feine Ringe schneiden.
  2. Die Kartoffeln schälen, würfeln, bissfest kochen und abgießen.
  3. Ingwer und Knoblauch fein hacken und zusammen mit dem roten Pfeffer mit Gemüsebrühe zugedeckt aufkochen. Sauerkraut und Porreeringe zugeben und 10 Minuten bei kleiner Hitze garen. Danach die Kartoffeln zur Suppe geben.
  4. Den Tofu würfeln und mit etwas Sesamöl, Curry und Sojasoße kurz marinieren. Anschließend die Würfel in einer Pfanne rundherum knusprig anbraten.
  5. Die Suppe mit Essig, Sesamöl, Curry und Sojasoße abschmecken. Vor dem Servieren die Tofu-Würfel darüber geben.

Aber da fällt mir noch ein, was ist dann eigentlich mit Räucher-Tofu? Zumindest ist doch das ‚Räucher‘ schon die Eintrittskarte in den Vorhof zur Hölle, oder doch nicht?

Guten Appetit,
Christina

 

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