Vegetarisch für Anfänger

Vegetarisch für Anfänger –
Pasta mit Spitzkohl-Tofu-Ragout

Spitzkohl-Tofu-Ragout by Mamlo Connection Titel

Spitzkohl ist so ein Gemüse, das ich erst im letzten Jahr wiederentdeckt habe. Kohl an sich war ja viele Jahre unsexy – ein Oma-Gemüse und dazu verursacht er noch ganz viel Luft im Bauch, die niemand gebrauchen kann.

Hauptsache top gestylt auf dem Acker

Seitdem jedoch Urban Gardening zur neuen Trendsportart avanciert ist, ist Kohl wieder in aller Munde. Und so habe auch ich mich im letzten Jahr, im Rahmen meines Acker-Experiments auf den Kampf mit Kohlfliege und Kohlverarbeitung eingelassen. Ich muss zugeben, die Acker-Nummer ist nicht so meins. Anfangs ist man romantisch und nostalgisch noch hochmotiviert. Alle Teilnehmer der organisierten Gruppen-Landwirtschaft erwarten voll angespannter Vorfreude das Erscheinen der ersten zarten Pflänzchen. Relativ schnell trennt sich dann jedoch die Spreu vom Weizen bzw. die bohnen- und unkrauterfahrenen Kleingärtnerrentner von den „ich-zeig-meinen-Kinder-wo-das-Gemüse-herkommt“ Hipster-Eltern.

Zunächst herrscht umfängliche Freude, dass es endlich einen Grund gibt, sich Retro-Gummistiefel und nostalgische Gießkannen zuzulegen, doch kaum sprießt der erste Trieb, bekommt man eine Aufgabenflut gleich mitgeliefert – als elektronischen Gärtner-Rundbrief frei haus.

„Deckt unbedingt die Kohlpflanzen mit Netzen ab, um sie vor der gemeinen Kohlfliege zu schützen! Gießt am kommenden Wochenende ruhig großzügig, die zarten Pflanzen haben noch sehr kurze Wurzeln! Unkraut bitte frühzeitig entfernen!“ …

Lieber auf dem Sonnendeck als im Kartoffelbeet

Und plötzlich findest du dich beinahe täglich auf diesem Acker wieder – während die Nachbarn auf dem Sonnendeck chillen schleppst du Gießkannen und wühlst in der Erde rum, bis dir der Schweiß den Rücken lang läuft. Die Kinder haben natürlich spätestens nach dem 3. Mal keinen Bock mehr auf ökologische Landwirtschaft und essen lieber eine Wassermelone im Garten des Freundes. Aber die Ernte wird dich sicher belohnen… – nein, auch die Ernte hat es nicht rausgerissen. Augenscheinlich hatten wir im letzten Jahr einen Sommer, der der Landwirtschaft überhaupt nicht zuträglich war. Die gemeine Kohlfliege hat uns, trotz 0,5mm-Netzbespannung nur einen einzigen Spitzkohl übrig gelassen – wobei wir wieder beim Thema wären! An Kohl wage ich mich mittlerweile gerne heran, das Ackern überlasse ich zukünftig aber gerne dem Bauern meines Vertrauens und hole mir je nach Saison das frische Gemüse direkt im Hofladen ab. Passend dazu serviere ich euch das neue „Vegetarisch für Anfänger“ – heute mal mit dem, nur von der Farbe etwas blassen, Spitzkohl!

Und nebenbei sitze ich auf dem Sonnendeck und amüsiere mich über die Nachbarn, die sich in diesem Jahr in die „Wir bauen unser Gemüse selber an“ Nummer haben reinquatschen lassen ;)

Spitzkohl-Tofu-Ragout by Mamlo Connection Ausschnitt

Pasta mit Spitzkohl-Tofu-Ragout

(für 4 Personen)

400 g                  Spaghetti (nicht selber angebaut)
300 g                  Spitzkohl (darf auch gekauft sein)
1                           Zwiebel
1                           Knoblauchzehe
50 g                     Parmesan (bestenfalls schon gerieben)
3 EL                     Kapern (die kann man gar nicht anbauen)
300 g                   Tofu
400 ml                Milch
100 ml                 Sahne
2 EL                     Oliven-Öl
1 EL                     Gemüsebrühe (als Pulver)
1 EL                     Speisestärke
frische Petersilie (von der Fensterbank)
Salz & Pfeffer aus der Mühle

  1. Die äußeren Blätter vom Spitzkohl entfernen. Den Kohl waschen, vom Strunk befreien und in dünne Streifen schneiden. Die Nudeln garen und abtropfen lassen.
  2. Während die Nudeln garen, die Zwiebel und den Knoblauch schälen und hacken. Die Kapern abtropfen lassen.
  3. Den Tofu mit einer Gabel zerdrücken. 1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und den Tofu darin unter Rühren knusprig anbraten. Das übrige Öl dazugeben, Zwiebel und Knoblauch unterrühren und weitere 5 Min. bei mittlerer Hitze braten, bis alles leicht braun ist. Mit Salz und Pfeffer gut würzen. Die Spitzkohlstreifen dazugeben und 2 Min. unter Rühren mitbraten. Mit Milch und Sahne ablöschen und die Gemüsebrühe unterrühren.
  4. Die Speisestärke mit 6 EL Wasser anrühren und unter Rühren zum Ragout geben. Kurz aufkochen lassen und nochmals kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Kapern untermischen.
  5. Die Nudeln unter die Soße mischen, kurz warm werden lassen. Auf Tellern anrichten und mit der gehackten Petersilie und dem Parmesan bestreut servieren.

Wenn ihr jetzt Lust auf noch mehr Kohl-Kult-Gerichte bekommen habt, dann habe ich noch einen Buch-Tipp für euch. Im Buch Kohl: Rezepte mit dem Evergreen* von Hildegard Möller lernt ihr Kohl von einer ganz neuen Seite kennen!

Guten Appetit,
Christina

*Es handelt sich um einen Affiliate-Link zu Amazon.

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