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Und sonst so… – ‚Die Eltern machen es kompliziert‘

Brigitte MOM

…war ein Titel in der aktuellen Brigitte MOM,
Untertitel: „…eine Erzieherin erzählt hier endlich die ganze Wahrheit“, der mich einige Tage beschäftigt hat und den ich dann doch kommentiert habe…und zwar so…

Liebes Brigitte-MOM-Team,

erst einmal möchte ich mich bei euch für das Exemplar der Brigitte-MOM bedanken, dass ihr mir als Dankeschön habt zukommen lassen. Nachdem ich jetzt meine erste eigene MOM gelesen habe, bin ich direkt ein Fan geworden, unterscheidet ihr euch doch so schön und ehrlich von den unzähligen Mama-Familien-Zeitschriften!

Ein Artikel der neuen Ausgabe beschäftigt mich aber nun schon seit Tagen ‚Die Eltern machen es kompliziert’…ich konnte mich jetzt lange nicht entscheiden, ob ich Verständnis für die Sicht der Erzieherin aufbringen soll oder mich aufregen darf…‚Anstrengend sind eigentlich nur die Eltern.‘ ist genau der Eindruck, den ich jeden Tag in der Kita meiner Tochter wahrnehme…aber mal ganz ehrlich, ich bin eine berufstätige Mom mit zwei Kindern, ich möchte natürlich, dass meine Tochter in der Kita glücklich ist und sich entfaltet und entwickelt, es ist aber AUCH eine Dienstleistung (und finanziell kein Schnapper) und es geht AUCH um Entlastung für die Familie.

Ich würde gerne an allen Aktivitäten Eltern-Kind-Aktivitäten teilnehmen, aber wenn sie immer an meinen beiden Büro-Tagen stattfinden, müsste die Oma das Kind begleiten…ist nicht gewünscht, die Mutter soll sich bewusst Zeit für ihr Kind nehmen. Schule und Kita veranstalten die Weihnachtsfeier am gleichen Nachmittag, unsere Kinder wählen, ich mit dem Großen in die Schule, aber der Papa ist mit der Kleinen nicht in der Kita erwünscht, da es ein Mütter-Weihnachtsbasar sein soll. Wir möchten ein Elterngespräch bevor mein Mann für 6 Monate beruflich ins Ausland muss, Elternsprechtag ist aber erst zwei Wochen später wenn er schon weg ist, da kann doch nicht für jeden eine Ausnahme gemacht werden. Und zu guter Letzt, auch ich bin am oberen Ende meiner Stresskurve wenn ein Büro-Termin nicht enden will und ich im Anschluss im Stau auf der Autobahn stehe, das mache ich nicht extra und da kann ich gut drauf verzichten, aber meinem Kind geht es nicht besser, wenn letzte Erzieherin in der Einrichtung mit dem Kind schon mal draußen vor der Tür auf mich wartet (Freitags Nachmittags um 15 Uhr obwohl die Kita bis 15:30 geöffnet hat). Die Erzieherin steigt dann auf ihr Rad und radelt die 500m nach Hause…hätte ich auch mal gerne…

Und wenn schon das europäische Ausland zitiert wird, dann sollte auch gesagt werden, dass die Kitas dort ganz andere Öffnungszeiten und Freizeitangebote haben und meist alle Fachkräfte in der Einrichtung einen akademischen Abschluss…

Wir starten jetzt zum Glück in unser letztes der insgesamt 7 Kita-Jahre.

Danke fürs ‘Zulesen’ und macht weiter so!

Herzlichst,
Christina

Und wer mag, darf jetzt natürlich gerne meinen Kommentar kommentieren, selbstverständlich egal ob positiv oder negativ ;o)

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2 Kommentare

  • Antwort
    Gebhard
    10. Juli 2014 at 22:33

    Die deutschen Kita Erzieherinnen vermitteln einem irgendwie immer den Eindruck, man müsse als Eltern dankbar sein, dass sich die Erzieherinnen um die Kinder kümmern. Ich bin der Meinung, das jeder noch selbst verantwortlich ist für seine Berufswahl und sollte das dann nicht durch mangelhafte Qualität bei der Ausführung an anderen auslassen. Die deutschen Erzieherinnen sollten sich die Einrichtungen mal in anderen Ländern anschauen, wo der Dienstleistungsgedanke noch groß geschrieben wird. Ich sehe es zum Beispiel hier in Japan, hier haben die Kita’s mindestens von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr abends geöffnet, manche sogar 24 Stunden. Dass das für die Kinder sicherlich nicht richtig ist, ist ein anderes Thema. Aber dennoch sollten sich die deutschen Erzieherinnen die ausländischen Beispiel anschauen und über die Ausübung ihres Auftrages nachdenken.
    Viele Grüße von Herr Mamlo aus Japan.

  • Antwort
    Daniela
    11. Juli 2014 at 8:23

    Ein schönes Statement! Auf den Punkt und genau das was ich mir (auch ohne Kinder) denke. Es gibt immer zwei Sichtweisen aber letztendlich müssen die Tatsachen für einen objektiven Vergleich herangezogen werden. Über die Idee eines „Mütter-Weihnachtsbasars“ konnte ich gerade nur den Kopf schütteln. Ernsthaft?! Irgendwie kam mir der Gedanke, dass die Vorstellung vorherrscht das Mütter nur zuhause und niemals berufstätig sind. Wenn das der Fall ist dann sind ein paar Entwicklungen in den letzten Jahren an der Autorin/ dem Autor vorbeigegangen.

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