Roadtrips

Roadtrip LA nach San Francisco + Las Vegas

Las Vegas Mel by Mamlo Connection

Und alles ohne die Kinder – Rabeneltern oder einfach cool?

Ein Gast-Beitrag von Melanie, die mit Mann, aber ohne die Kinder einfach mal für 1 Woche nach Kalifornien gereist ist!

Vor ein paar Monaten kam meinem Gatten spontan die Idee, seine Bonus-Meilen einlösen zu wollen, da sie sonst verfallen würden. Ob ich nicht Lust und Laune hätte sie mit ihm zu verballern?!

Kurz darüber nachgedacht und dann den ganzen Plan verworfen, denn wohin mit 2 Kindern (fast 4 und fast 1) für mindestens 8 Tage. Wer tut sich so was bitte an?

Nachdem ich meiner Mum von unserem wagen Plan berichtete, war sie sofort Feuer und Flamme und wollte direkt den Termin wissen, wann wir endlich abzwitschern und sie die Enkel für sich alleine haben würde…

Ok, das war jetzt zu einfach für das Mutterherz, aber egal. Das Vorhaben mit dem Gatten besprochen und den Urlaub für März geplant.

8 Tage Amerika ohne die Kinder. Gut und schön, aber die Vorbereitungen gingen an die Nerven.

  1. Was bitte packe ich in meinen Koffer? Ist es kalt oder warm? ‚Schatz beides!‘ lautete die einfache Antwort meines Gatten und er verschwand wieder im Büro um die letzten Tickets zu buchen.
  2. Was bitte brauchen 2 Kinder für 8 Tage bei Oma und Opa? Ist es warm oder kalt? Hab ich alle Kuscheltiere, Schnuller, Medikamente, Krankenkassenkarten? Haben Oma und Opa genug Windeln, Essen und Bespassungsmittel?
Lunch für 2 mit Aussicht

Lunch für 2 mit Aussicht

Sonntagmorgen sollte es also von Düsseldorf nach Frankfurt und von dort nach Los Angeles weiter gehen. Leider hatten wir die Rechnung ohne eine bekannte Fluggesellschaft gemacht, denn unser Flug nach Frankfurt verspätete sich um ca 1,5h und so bekamen wir den Anschlussflug nach LA leider nicht. Irgendwie hatte man vergessen, dass ein Flugzeug Kerosin braucht, um zu fliegen und so musste noch mal nachgetankt werden. Zapperlot…

Also ab in die Lounge, wir waren Business gebucht, und dort nach Hilfe gefragt. Nach ca. 30 Min stand fest, dass wir die letzten Plätze in der Maschine nach Denver bekommen und von dort nach LA fliegen sollen. Ok, ob unsere Koffer allerdings mitkommen, das sollte noch die Überraschung in LA werden.

4 zauberhafte Stunden in der Flughafen-Lounge

Wer sich jetzt vorstellt, dass das sehr nett und gemütlich ist, hat sich getäuscht. Man fragt sich warum Lounge Lounge heißt. Ja, es ist ein Aufenthaltsraum mit niedrigen Sesseln, aber ruhig und gemütlich ist anders. Egal… Es gab Prosecco und so haben wir uns unseren Urlaubsstart schön getrunken

Irgendwann ging es dann weiter und wir enterten unser Flugzeug, um nach Denver geflogen zu werden. Nach 20h und einmal Umsteigen in Denver kamen wir dann mit unseren Koffern in LA an. Leider war unser Mietwagen auf Grund unserer Verspätung nicht mehr da und wir mussten uns einen neuen aussuchen. Als das dann aber geregelt war konnten wir zum Hotel fahren. Der erste Eindruck der Hotelflure erinnerte schwer an Stephen Kings „Shinning“ und ich hatte ständig das Gefühl, das gleich der psychopathische Schriftsteller mit einem Messer aus einer Tür raus geschossen kommt. Nutze aber alles nix, es war spät und wir wollten nur noch schlafen.

Der Montag begann mit einem Frühstück im Hotel, bei dem ich mich an der Pancake-Maschine versuchte. Die Konsistenz der gezauberten Pfannekuchen erinnerte schwer an den Styroporteller auf dem sie landeten und mit dem auch der Kaffee geliefert wurde, aber sie waren mit viel Ahornsirup genießbar.

Nach dem kulinarischem Genuss machten wir uns auf den Weg die Umgebung zu erkunden. Unser Hotel lag zentral in Hollywood und der erste Weg führte auf den berühmten „Walk of Fame“ mit den Sterne der Stars und zum „Chinese Theater“.

Mittlerweile liefen überall auf der Straße Comicfiguren und Superhelden herum, mit denen man sich für 1 Doller fotografieren lassen konnte und jeder 3. Shop war ein blinkender und blitzender Souveniershop mit den Oscar-Figuren oder Disney-Andenken. Man konnte nicht drum herum kommen, den Kindern irgendwelche Dinge mitzubringen oder gar sie zu vergessen. Also erstmal bei Oma und Opa anrufen… Den Kindern ging es erwartungsgemäß super und so konnten wir unseren Tag ohne schlechtes Gewissen weiter gestalten.

Rodeo Drive LA

Rodeo Drive LA

Wir fuhren also mit unserem Cabrio erstmal nach Beverly Hills, um uns den Rodeo Drive anzusehen. Hier, auf der teuersten Straße der Welt, sind alle Designer mit Rang und Namen ansässig und am Ende steht das Hotel Beverly Wilshire, in dem „Pretty Woman“ gedreht wurde.

Wir setzten unseren Weg dann weiter nach Santa Monica fort, um dort etwas am Strand spazieren zu gehen und das Ende der Route 66 zu betrachten, welche direkt am in den 1920er Jahren gebauten Pier liegt und heute einen kleinen Vergnügungspark beherbergt. Anschließend ging es direkt weiter nach Venice Beach.

Venice Beach Mel by Mamlo Connection

Venice Beach

Dienstag stand eine spontan gebuchte Tour durch die Warner Brothers Studios an, in der wir uns u.a. auf die Spuren von Batman und Harry Potter begaben. Ganze Städte sind hier auf dem Gelände aus Pappe aufgebaut. Nach 4 wirklich eindrucksvollen Stunden begaben wir uns dann auf den Weg Richtung San Francisco.

Knapp 900km lagen nun vor uns. Der Highway 1, den mein Gatte sich ausgesucht hatte, läuft in etwa parallel zum U.S. Highway 101. Kurz hinter Santa Barbara führt er ans Meer heran. Nördlich von Morro Bay beginnt der landschaftlich schönste Abschnitt. Bis nach Monterey führt die Straße an der Steilküste von Big Sur entlang, aber das werden wir noch sehen.

Unser nächster Stopp mit Übernachtung sollte Camarillo sein, mit dem Ziel, eine der unzähligen Shoppingmalls zu besuchen. Was wir in Deutschland als Shoppingmall kennen, ist in Amerika ein Witz. Um uns auch nur die Hälfte der Geschäfte ansehen zu können, mussten wir ab und an das Auto nutzen. Ob es jetzt an der Größe lag oder daran, das ich mich nicht vom Disneystore trennen konnte, kann man sich jetzt aussuchen ;-) Mit gut gefüllten Tüten für die Kids ging es dann ins Motel und Mittwochs weiter auf den Highway 1 bis Carmel-by-the-Sea.

Big Sur Mel by Mamlo Connection

Big Sur

Unendliche Weiten kann man da nur sagen…

Hier und da liefen mal ein paar Kühe auf riesigen Feldern herum und an den Küsten lagen Seeelefanten und chillten in der Sonne. Alleine um diese imposanten Tiere mal in der freien Wildbahn zu sehen hat sich die Fahrt schon gelohnt. Die Eindrücke an der Küstenstraße entlang kann man fast nicht mit Worten beschreiben. Es war traumhaft schön. Carmel, eine wirklich putzige Kleinstadt direkt am Meer gelegen, mit niedlichen Holzhäusern im Kolonialstil gehalten. Traumhaft. Man kam sich wie bei den Golden Girls vor.

Am Donnerstagmorgen machten wir uns mit unserem Camaro auf nach Monterey zu einer Walewatchingtour. Allerdings fiel uns beim Kofferpacken auf, dass 2 Jacken fehlten… Meine gute Übergangsjacke und die Regenjacke meines Gatten waren verschwunden.

Half Moon Bay

Half Moon Bay

Wer bitte klaut Jacken?

Des Rätsels Lösung? Ich kleiner Trottel hatte sie am ersten Abend in LA in den Schrank gehängt und sie dort schlicht und ergreifend vergessen. Also im Hotel anrufen und feststellen, dass sie die Jacken nicht gefunden hatten, aber sie wollen nochmals nachfragen und sich melden… Klasse, es läuft…

Also auf nach Monterey, die Wale warten.

Whalewatching Mel by Mamlo Connection

Whale-Watching

Ein kleiner Zwischenstopp war aber noch am Point Lobos geplant. Das ist ein Schutzgebiet mit einer ungewöhnlichen Pflanzen- und Tierwelt, von hohen Planktonkonzentrationen die Nahrungskette hoch bis hin zu größeren Säugetieren, u.a. eine große Seeotter-Population. Auch Kormorane und Pelikane gab es zu beobachten, was echt faszinierend war.

Point Lobos ist einer von nur zwei Orten, wo die Monterey-Zypresse in freier Wildbahn wächst. In den Gewässern gedeihen ausgedehnte Tangwälder und etwa die Hälfte des Schutzgebietes liegt unter Wasser und kann nur beim Tauchen erkundet werden.

In der Fishermans Warf in Montery bestiegen wir ein Boot, um uns auf den Pazifik schippern zu lassen. Nach ca. 30 Minuten kam die Meldung, dass Delphine auf 3 Uhr gesichtet wurden. Und wirklich… Eine ganze Delphinschule mit locker über 100 Tieren schwamm neben unserem Boot her. Ein wunderschöner Anblick, diese intelligenten Tiere in der Natur beobachten zu können und es sollte noch besser werden. Weitere 20 Minuten später wurde das erste „Blasen“ entdeckt. 3 Buckelwale schwammen vor unserem Boot her und anscheinend hatten sie genug gefressen, denn sie waren im „Spielmodus“ und hoben ihre Schwanzflossen aus dem Wasser und knallen sie auf die Oberfläche. Das wiederum erzeugte eine riesen Wasserfontäne und einen netten Knall. Wie unsere Führerin erklärte, machen die Wale das zur Kommunikation untereinander und um zu spielen.

Wahnsinn, so riesen Tiere und doch irgendwie klein in diesem riesigen Meer

San Francisco Skyline

San Francisco Skyline

Nachdem wir mit Hilfe des Rezeptionisten weiter versucht hatten unsere Jacken wieder zu bekommen, mussten wir feststellen, dass man mit einer deutschen Kreditkarte keine Chance hat, ein Paket innerhalb Amerikas zu versenden. Also sollten wir zu einem Paketshop, der 110 Dollar für den Versand haben wollte… Öh… Nöööö… Und wer garantiert uns, dass das Paket auch in Las Vegas um 8 Uhr an der Rezeption liegt?

Am nächsten Morgen ging es dann nach San Francisco. Die Skyline vom Highway zu sehen verschlug einem schon die Sprache. Soooo riesig und irgendwie schaut alles auch so gleich aus. Wir fuhren auch hier zur Fishermans Warf, um unser gebuchtes Ticket nach „Alcatraz“ einzulösen. Da wir nur etwa 10h Aufenthalt in San Francisco hatten, war unsere Sightseeingtour straff geplant. Also auf zur Lombard Street, die kurvenreichste Strasse der Welt und sie einmal runter fahren – CHECK, hier konnten wir auch die Cablecars bewundern. Anschließend schlenderten wir über die Fishermans Warf und gönnten uns in einem Diner der 50er Jahre einen Milchshake und Burger.

Alcatraz

Alcatraz

Nun ging es wieder ins Auto und ab zur Golden Gate Bridge, dem Wahrzeichen Amerikas neben der Freiheitsstatue. Da wir nun einmal mit dem Auto unterwegs waren fuhren wir durch nach Chinatown. Das Dragon Gate ist der offizielle Zugang zu diesem 24 Häuserblöcke umfassenden Viertel mit seiner chinesischen Architektur. Hier wird mehr kantonesisch und Mandarin gesprochen als irgendeine andere Sprache und es gibt unzählige Schronzläden, die KlimBim von Kimonos, Papierschirmen über Winkekatzen vertreiben. Hier gingen wir dann auch zu Abend Essen, denn anschließend sollte unsere letzte Etappe des Elternurlaubs anstehen. Um 23.11 Uhr ging der Flieger nach Las Vegas.

Chinatown San Francisco

Chinatown San Francisco

Gegen 1 Uhr landeten wir in Vegas und ich war geflasht… Es war laut, bunt, überdimensional riesig, hell und rappelvoll. Ich wusste nicht wohin ich zuerst schauen sollte und was ich machen sollte.

Ich war…. überfordert

Unser Zimmer lag im 18. Stock und mit dem Öffnen der Zimmertür öffnete sich auch der Vorhang zur bodentiefen Fensterfront und gab den Blick auf den Strip frei. Ich konnte nicht aufhören zu staunen und musste raus…Wir gingen also auf Wunsch einer einzelnen Person noch etwas spazieren und als wir nach 20 Minuten Flanierens an unzähligen Restaurants, Designershops und blinkenden Leuchtreklamen immer noch in unserem Hotel waren, wollte ich dann doch lieber schlafen

Der nächste Morgen begann mit der Suche nach einem Frühstück. Auch jetzt, es war 9 Uhr, waren die einarmigen Banditen und Spieltische gut besucht und es war nicht weniger laut als in der Nacht. Auf einen Tisch im Frühstücksrestaurant warteten wir dann 30 Minuten und hatten dann die Qual der Wahl an etwa 30 Buffetbereichen von Süßspeisen, Brötchen, Brot, asiatischen Suppen, Fisch und anderes Meeresgetier, halbe Schweine auf Toast und was es noch so alles gab. Unglaublich…

Unser nächster Weg führte uns dann mit dem Taxi zum Las Vegas Logo und zu Fuß zurück. Wir kamen auch an der ältesten Wedding Chapel vorbei, aber mein Gatte wollte sich nicht auf eine weitere Hochzeit einlassen… Hmmm, schade. Wir liefen also einmal den Strip herunter und ich musste mal wieder feststellen, dass die Dimensionen von Las Vegas unglaublich sind.

Wedding Chapel Las Vegas

Wedding Chapel Las Vegas

Eigentlich kann man das alles nicht beschreiben, man muss es gesehen haben

Da wir den Nachmittag nichts geplant hatten, wollten wir am Pool etwas Sonne tanken und chillen. Problematisch gestaltete sich allerdings die Suche nach 2 freien Poolliegen an einem der 2 Pools, denn es war voll… Eigentlich ist voll auch untertrieben, denn im Pool, an der Bar und um die Pools herum stapelten sich die Leute. Springbreak war angebrochen und wenn man nicht ans Meer kann, legt man sich an den nächsten Pool… Aber auch diese Mission lösten wir gekonnt und so hatten wir 3h zum sonnen, bevor es weiter ins Cesars Palace zu Sir Elton John gehen sollte. Ein gelungener Abend. Zum Abschluss schauten wir uns noch die Wasserfontänenshow am Hotel Bellagio an und gingen am Strip etwas Essen.

Als ich allerdings unsere Urlaubskasse am einarmigen Banditen aufbessern wollte, machte mir das System einen Strich durch die Rechnung. Man kann nicht mit Bargeld zocken und so musste ich mit meinem Quarter unverrichteter Dinge ins Bett gehen, denn um 7 Uhr mussten wir uns auf den Weg zum Flughafen begeben, um wieder nach Hause zu unseren Kindern zu fliegen. Ein wundervoller Urlaub war beendet.

Auch der Rückflug verlief nicht ganz reibungslos, denn fast hätten wir die Anschlussmaschine in San Francisco verpasst. Wieder einmal hatte der Zubringer Verspätung, ob es an einem vergessenen Tankvorgang lag? Man weiß es nicht

Um 16 Uhr am nächsten Tag konnten wir also unsere 2 Kröten wieder in die Arme schließen. Beide waren so unglaublich gewachsen (geht das in 1 Woche?) und unsere Kleine hatte nen Haufen neuer Features, von 3 Zähnen ganz zu schweigen.

Nach Hause wollte sie auch nicht und so hatten wir einen gaaaanz zauberhaften Abend, da das kleine Kind sich weder von mir noch von meinem Gatten beruhigen ließ und immer nach Oma rief. Das tat schon weh und ich überlegte kurz, ob unser Kurztrip nicht doch ein Fehler war und wir Rabeneltern sind.

Aber NEIN, ich kann so eine kleine Auszeit von 2 kleinen Kindern nur empfehlen. So sehr wir unsere Kröten lieben, aber eine Beziehung braucht auch mal Zweisamkeit und die hatten wir in den 8 Tagen zur Genüge. Es war wunderbar, mal wieder nur Zeit für mich und meinen Gatten zu haben, ausschlafen zu dürfen (na mehr oder weniger) oder ohne schlechtes Gewissen Quatsch machen zu können.

Und unseren Kindern ging es blendend, denn wir haben die wahrscheinlich besten Großeltern der Welt.

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2 Kommentare

  • Antwort
    Nina
    3. Juni 2015 at 7:45

    Sehr schöner Bericht!
    Da werden Erinnerungen an die Hochzeitsreise im Mai 2000 nach Kalifornien wach.
    Mal checken wieviele Bonusmeilen der Göttergatte gesammelt hat ;))

    • Antwort
      Christina
      3. Juni 2015 at 16:09

      *räusper* ich kenne da jemanden, der war in diesem Jahr schon ohne! Kinder 5 Tage in New York, liebe Nina ;-)))
      Ich glaub, ich muss selber mal wieder Bonusmeilen sammeln :-D

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