Roadtrips

Mamlo Ostsee Trip – oder ein Ort wie ein Seniorenteller

Ostsee Titel by Mamlo Connection

Was als Herbst-Trip an den Urlaubsort meiner Kindheit geplant war, entpuppte sich als gut getarnte Loriot-Gedächtnis-Reise in ein auf jung getrimmtes Seebad – der Mamlo Ostsee Trip :o) – eigentlich wollten wir die Herbstferien ohne Herrn Mamlo, dafür mit Oma & Opa nutzen, um ein paar entspannte Tage an der See zu verbringen…eigentlich, sollte das Gepäck auch in einen Wagen passen…eigentlich bepackt Familie Mamlo den Wagen auch immer bis unters Dach, alles was rein muss, geht auch rein…

Nicht so der Senior, da bleiben 300 Liter des 650-Liter-Kofferraums lieber ungenutzt, bevor der Lenker des Kinderrollers den Himmel des Kofferraums beschmutzen könnte…also Spontan-Entschluss, doch mit dem eigenen Wagen zu fahren…da konnten dann sogar noch die Inliner und das Longboard mit…und die Oma…aber die Tupperdose mit den Bütterchen ist beim Opa mitgefahren…also nach verspäteter Abfahrt frühe Pause, um Bütterchen und Kaffee aus der Thermoskanne auf dem Rastplatz zu verzehren…

Ostsee-Collage 3 by Mamlo Connection
An der Ostsee angekommen, zeigte sich dann auch, warum der Kofferraum beim Opa so schnell voll war…Omas obligatorische Tasche mit Küchenutensilien (ein Werbegeschenk eines seit 20 Jahren nicht mehr existenten Radio-Rundfunk-Geschäftes) hatte wieder einmal das Volumen eines Schlauchbootes für 4 Personen und nahm alleine schon die Hälfte des Kofferraumes ein…aber man muss ja alles dabei haben…was man so seit mindestens 20 Jahren dabei hat…dass die meisten modernen Ferienwohnungen bestens ausgestattet sind, spielt dabei keine Rolle…besser man hat eine Rolle Alu-Folie im Gepäck…falls man mal etwas einpacken möchte und es gleichzeitig einen Import-Stop für Alu-Folie gibt ;o)…ein weiteres ewiges Highlight ist ‚die Kräuterdose’…so ein rundes Teil mit mindestens 20 Fächern gefüllt mit Gewürzen, die man in einem einwöchigen Urlaub unbedingt zum Kochen braucht…Cayenne-Pfeffer, schwarzer Pfeffer, weißer Pfeffer…durch die unzähligen See-Urlaube und die obligatorische Luftfeuchtigkeit zu einer Masse verklumpt, so dass oben eh nix raus kommt…

Ostsee-Collage 2 by Mamlo Connection
So unberechenbar Kinder in ihren Launen und spontanen Ideen sind, so festgelegt sind Senioren, die seit 35 Jahren an den selben Ort in den Urlaub fahren (natürlich mit Unterbrechungen, aber wenn Ostsee, dann Niendorf!). Man ist mittags unterwegs zu einem neuen Strand-Café, plötzlich ist einer verschwunden um Fischbrötchen zu kaufen – im Strand-Café gäbe es die auch, aber an dieser einen Fischbude schmecken sie besonders gut und die Senioren hatten während einer ihrer letzten Aufenthalte demokratisch entschieden, wenn, dann nur noch dort Fischbrötchen zu kaufen…und dann steht der Plastikbeutel mit den Fischbrötchen unterm Tisch vom Strand-Café und völlig verrückt probiert man doch die im Café (die aus der Plastiktüte kann man ja auch schlecht auspacken)…also die Brötchen im Strand-Café sind plötzlich die besten, die man je gegessen hat…leider hat man ja noch die in der Tüte, die werden dann abends gegessen…Brötchen durchgeweicht und viel zu viel Fisch für so kleine Brötchen…also an dieser Fischbude nie wieder – und Loriot lässt grüßen :o)

Ostsee-Collage 1 by Mamlo Connection
Was mein Blogger-Herz als schöne Foto-Motiv erfreute, war eigentlich einem mondänen Selbstverständnis geschuldet, dem auch schwindende Urlauberzahlen nichts entgegensetzen können…in Timmendorf selber flaniert man nur, wählt zum Mittagssnack zwischen ‚Gosch Sylt‘ oder ‚Café Wichtig‘ und bekommt dort den Milchreis zwar stilecht und fotogen im Einmachglas serviert, die Früchte, die auf Borkum authentische Früchte aus der Dose mit viel Zuckersaft sind, sind hier je eine Scheibe Grapefruit und Drachenfrucht…sieht schön aus, mehr aber leider auch nicht. Niendorf versucht dem nachzueifern indem Promenade und Seebrücke künstlerisch wertvoll und millionenschwer modernisiert wurden (und wenigstens zum Longboarden bestens geeignet sind)…neue Strand-Cafés und Bars geben Hoffnung auf ein moderneres Seebad, aber leider sitzt man dort meist alleine…der durchschnittliche Urlauber hatte seinen Seniorenteller um 11:30 Uhr und das bloß nicht allzu schwere Abendbrot in der Hafen-Fischbraterei spätestens um 17 Uhr…das große Kind und ich haben mit unserem Sundowner am ‚Hafen-Eck‘ um 18:30 Uhr (Slush-Eis und Glühwein) quasi den Ort aufgemischt…wo waren all die Meer-Verliebten, die in dicker Jacke und mit Schal um den Kopf abends zum Sonnenuntergang draußen sitzen, dem Wind trotzen und zuschauen, wie die Sonne in der stürmischen See versinkt?! – wahrscheinlich auf Borkum ;o)

Nächstes mal dann doch wieder Sturm, Wellen & Sanddorn-Grog statt Windstille, leises Geplätscher & Kaffee im Kännchen…ab an die Nordsee!

Liebe Grüße an Oma & Opa Mamlo, von denen ich weiß, dass sie den Blog lesen – ihr wisst, ich musste die Erlebnisse einfach auf diesem Wege ‚verarbeiten‘ ;o)

Herzlichst,
Christina

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1 Kommentar

  • Antwort
    ralle
    22. Oktober 2014 at 11:11

    Wenn das mal keinen Ärger „im Engelreich“ gibt :-)

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