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Mamlo Antwerpen Trip

Mamlo Antwerpen Trip Titel

Oder warum ich ein Geburtstagsverdrücker bin

Ferienanfang und Frau Mamlos mhhhrrrrr-räusper-und-dreizigster Geburtstag, die besten Voraussetzungen für einen Wochenendtrip zu unseren belgischen Nachbarn…wobei die Geburtstagsflucht eigentlich nicht am mhhhrrrr-räusper-und-dreizigsten Geburtstag liegt. Ich war da schon immer irgendwie komisch.

GeburtstagsfotoMeine ältesten Erinnerungen an gemischte Geburtstagsgefühle reichen zurück bis zu meinem 7. Geburtstag, an dem ich mit meinen Eltern auf Mallorca war. Es gab einen Blumenkranz für meine Haare, eine Torte und die Kinderanimation hat mir jeden Wunsch erfüllt…und ich fand es so naja! Zur Dokumentation habe ich extra die alten Fotoalben von 1984 bemüht und ich denke, mein Gesicht spricht Bände… Sobald sich also mein Geburtstag nähert, plane ich meine Flucht. Freunde und Familie haben sich längst damit abgefunden, dass ich mich lieber in Wellness-Landschaften tummele, als mit ihnen Torte zu essen oder den Grill anzuwerfen. An meinem 30. waren wir zum Midsommar in Helsinki, im letzten Jahr, als Herr Mamlo in Japan weilte, haben die Kinder mich ins Phantasialand entführt…Hauptsache möglichst ungeburtstaglich.

Perfekte Kultur-Shopping-Rollercoaster-Kombi

Wohin also in diesem Jahr?! Antwerpen sollte es sein, denn da war ich ewig nicht! Bummeln und Sightseeing für Herrn Mamlo und mich, ein Freizeitpark am 2. Tag für die geduldigen Kinder. Ich war gut mit vielen Reisetipps ausgestattet, allen voran Empfehlungen für die vegetarische Küche.

Mamlo Antwerpen Trip 6Das Lombardia sollte ich UNBEDINGT ausprobieren, vegetarisch & bio. Sogar der schnöde Reiseführer hat es empfohlen. Na, da werde ich ja eine prall gefüllte Speisekarte vorfinden, bei der ich endlich mal wieder aus dem Vollen schöpfen kann…dachte ich zumindest. Das Bistro liegt sehr idyllisch, etwas abseits der trubeligen Haupteinkaufsstrasse und hatte den sommerlichen Temperaturen entsprechend auch draußen nette Sitzgelegenheiten. Also erst einmal etwas zu trinken bestellen und dann in Ruhe die Speisekarte studieren. Mmmmhhh, das in der Karte als Bio-Limonade angekündigte Kaltgetränk für die Kinder entpuppte sich schnell als Tönissteiner Orange in den typischen grünen Glasfläschchen.

Mamlo Antwerpen Trip 8Auf meine Nachfrage, ob das die Bio-Limonade sei, kam die diffuse Antwort „Yes, it is less sugar, so it is more healthy!“….aaahhh ja…ich will ja nicht pingelig sein, aber „less sugar“ ist nicht „bio“ und 4,50€ für eine 0,2l nicht-bio Limo sind dann doch recht stolz. Aber die Speisekarte wird es doch wohl rausreißen?! Jedes Gericht wurde mit verschiedenen Buttons versehen, die kennzeichnen sollen, ob es „bio“, „vegan“, „vegetarian“, „less carb“, „organic“, „raw paleo“, „detox“, „glutenfree“, „lactose free“…und was sonst noch das Ernährungsuniversum hergibt, ist. Aber Moment mal…“raw paleo“ ist eigentlich und meistens immer was mit Fleisch?! Ich scanne die Karte und stelle schnell fest, dass zwar alles irgendwie besonders sein soll, aber nur 1/4 der Gerichte wirklich „vegetarian“ sind…und wieder einmal die langweiligsten…tssss. Ein Blick zu Herrn Mamlo reicht aus und wir beschließen ohne Worte, dass wir uns für unser Lunch etwas anderes suchen.

Mamlo Antwerpen Trip 9Für euch habe ich unseren etwas unstrukturierten Stadtbummel einmal in eine sinnvolle Reihe gebracht (die wir auch eingehalten hätten, wären wir nicht zwischendurch zum Veggie-Bistro gestürmt):

Am besten sucht man sich eine Parkmöglichkeit an der Schelde aus. Mehrere Parkhäuser und überdachte Parkplätze an der Promenade bieten auch an einem Samstag Vormittag noch ausreichend Platz. Alle, die gerne eine Bootstour durch einen der größten Häfen der Welt machen möchten, sollten dies dann auch direkt vormittags in Angriff nehmen. Rund 200 Millionen Tonnen Fracht werden hier jährlich umgeschlagen und neben den gigantischen Überseeriesen wirkt das Boot der Hafenrundfahrt wie eine Nussschale. Die Boote starten direkt an der London-Brücke, über die verschiedenen Touren und genauen Abfahrtszeiten informiert man sich am besten vorher bei Flandria.

Mamlo Antwerpen Trip 3Wieder zurück auf festem Boden bummelt man stadteinwärts zum Grote Markt und lässt sich bestenfalls schon hier zu einer Kaffeepause in einer der zahlreichen Lokalitäten hinreißen und von den schönen Renaissance- und Barockfassaden beeindrucken. Von dort aus geht es weiter zur Liebfrauen-Kathedrale (bei der ich mich ja etwas darüber aufgeregt habe, dass ich Eintritt für einen Kirche zahlen soll) und von dort zum Groenplaats…an netten Lokalitäten mangelt es auf dieser Strecke nun wirklich nicht. Überzeugt hat mich in der Nische der ‚Andersesser‘ ja dann das Green Way am Groenplaats.

Mamlo Antwerpen Trip 7Weiter geht’s entweder Richtung Meir, DER Haupteinkaufsmeile und man schaut im Paleis op der Mair einem Chocolatier bei der Arbeit zu, oder man tummelt sich durch die Seitenstraßen mit vielen netten Geschäften zum Rubenshuis. Ja, sollte man gesehen haben und auch für Kinder wird ein besonderes Programm geboten, so dass man den lieben Kleinen auch mal ein Stündchen Kultur zumuten kann. Hat man bis dann noch keine Waffel gegessen, sollte man sich spätestens jetzt wieder ein nettes Plätzchen suchen, um zu Pausieren.

Mamlo Antwerpen Trip 5Wenn man sich wieder auf den Rückweg zur Schelde begibt und gerne in alten Dingen stöbert, wählt man am besten einen Weg über die Kloosterstraat. Die Antiquitätengeschäfte laden zum Stöbern ein und sind meist auch erst nachmittags geöffnet. Und wer dann noch die Zeit für eine Nacht und einen weiteren Tag in Belgien hat, findet in der Hoogstraat sicher ein Restaurant fürs Abendessen nach seinem Geschmack.

Allen, die Rollercoaster-affin sind, kann ich das Bobbejaanland für einen Besuch am nächsten Tag wärmstens ans Herz legen. Nicht nur die Kinder hatten einen riesen Spaß.

Mamlo Antwerpen Trip 10Es empfiehlt sich aber unbedingt, die Tickets im Voraus zu buchen. Wir hatten ein Kombi-Paket über die Seite des Parks inkl. Hotelübernachtung gebucht, das Hotel auf dem Land in Retie war zwar keine Luxus-Klasse, hatte aber ein geräumiges Familienzimmer über zwei Etagen und einen weitläufigen Garten mit eigener Kapelle und einem Spielplatz, auf dem sich die Kinder abends tummeln und wir den Tag bei einem Glas Rotwein ausklingen lassen konnten. Und morgens waren wir die Ersten auf der Achterbahn ;-)

Ach ja, wenn jemandem eine (tiefenpsychologische) Erklärung für meine alljährliche Geburtstagsflucht einfällt, bitte immer her damit, es würde mich schon interessieren!

Herzlichst,
Christina

* Alle Links in diesem Beitrag sind rein informativ und ich erhalte kein Geld dafür :-)

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2 Kommentare

  • Antwort
    Sandra
    3. Juli 2015 at 13:28

    Ich mache das alljährlich auch schon immer so, bloß gehe ich meistens einfach arbeiten. Spätschicht ist mir an Geburtstagen am Liebsten, da bin ich nämlich nachmittags und abends weg :D Warum das so ist… keine Ahnung, ich habe da auch keine Erklärung für. Ich will weder Geschenke, noch Anrufe oder irgendwelche Feiern. Glücklicherweise war Grillen im Winter eh nie ein Thema. Vielleicht mache ich im nächsten Jahr auch einfach spontan einen Städtetrip oder so etwas.

    • Antwort
      Christina
      3. Juli 2015 at 22:40

      Liebe Sandra,
      da freue ich mich, dass ich mit dieser Eigenart nicht alleine bin und Städtetrips sind eine wirklich gute Alternative…auch im Winter?
      Liebe Grüße,
      Christina

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