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Kommse mit anne Bude?! – Kettenbrief & Freundschaftsband

Freundschaftsbänder by Mamlo Connection

…als ich im letzten Post über die Bedienungsanleitung des Hermann-Kuchens philosophiert habe, sind mir plötzlich wieder die Kettenbriefe eingefallen, die in unserer Kindheit regelmäßig bei mir ankamen…einem scheinbar hoch komplexen mathematischen Logarithmus folgend musste man immer irgendwelche Namen auf der beigefügten Liste durchstreichen und seinen eigenen Namen an zwölf- und drölfzigster Stelle ergänzen, um das Ganze im Anschluss an mindestens 5 Hans & Franz, die noch auf keiner Liste standen, weiter zu schicken…Kopierer gab es nur in ausgewählten Geschäften in der City, also schön von Hand 5 mal abschreiben und eintüten und vor allem nicht durcheinander kommen. Der Sinn des Ganzen hat sich mir nie wirklich erschlossen und eigentlich sollte im digitalen Zeitalter mit den Möglichkeiten einer völlig gleichzeitigen Informationsweitergabe über Facebook, Twitter, WhatsApp oder Doodle kein plausibler Grund für solche Kettenreaktionen mehr vorhanden sein…denkste! Und waren diese Briefe früher schon seltsam und dienten zumindest der Schreib-Praxis, so ist doch die heutige Version des Ganzen umso bekloppter…

Regelmäßig bekomme ich diesen Quatsch aus einer sehr zuverlässigen und leider nie enden wollenden Quelle…der kühnsten Versprechungen in WhatsApp-Kettennachrichten:
Du wurdest heute vom glück geküsst!!! Heute um mitternacht wird deine wahre liebe merken, dass sie dich liebt, es wird etwas gutes morgen zwischen 13:00 und 14:00 Uhr morgen passieren, egal wo! Bereite dich auf diese schock vor! Wenn du diese kette unterbrichst wirst du 10 jahre beziehungsprobleme haben! Schicke diese kette an 15 leute in 15 minuten!!! Die zeit lauft nachdem du das gelesen hast! P.S. Schick sie lieber weiter…KEIN WITZ Nun will ich mal sehen, ob du ein/e gute/r Freund/in bist!

…also das einzige Problem das ich direkt sehe ist, dass der Verfasser scheinbar mit der Rechtschreibung und Grammatik auf Kriegsfuß steht…sicherlich auch ein Schock…und dann habe ich mich gefragt, ob ich am nächsten Tag zwischen 13 und 14 Uhr überrascht werden möchte…mitten im Büro auf dem Teamfloor…nee, lass mal lieber, vor allem wenn man nicht weiß, wer heute Nacht plötzlich denkt, ich sei seine wahre Liebe…

…noch besser wurde es dann 3 Tage später:‘Das WhatsApp Spiel: Sende mir das 7. Bild von deiner Handy-Kamera. Und nicht schummeln!!! Dann sende diese Nachricht an 10 Personen und schau, was für verrückte Bilder du zurück bekommst… ;-)

Okay, grammatikalisch jetzt schon wesentlich verbessert, aber mal ehrlich, die Leute die bei Ersterem mitmachen, sind Menschen, die wahrscheinlich auch Wünsche ans Universum senden, um Samstags-Vormittags einen Parkplatz in der Innenstadt zu bekommen…bei Zweiterem muss ich eher an die Menschen denken, die bei einem Unfall auf der Autobahn anhalten, um zu schauen, ob nicht vielleicht jemand tot ist…und die Marketing-Strategen von WhatsApp finden für jeden Deppen die richtige Kettennachricht…aber wie war ich noch darauf gekommen?!

Ach ja, die Kettenbriefe aus meiner Kindheit…viel mehr habe ich mich doch über die persönlichen Briefe gefreut, die wir uns unter Freundinnen immer geschrieben haben, so richtig ordentlich mit Füller und beklebt mit den schönsten Stickern und die wurden dann morgens am Fahrrad-Treffpunkt immer reihum verteilt…und wenn man ganz großes Glück hatte, hatte die Freundin ein Freundschaftsarmband beigelegt…wie die, die ich extra für diesen Post nachgemacht habe…spontan waren mir bei HEMA die dünnen Bänder in die Hand gefallen und die Kinder und ich hatten einen riesen Spaß bei der Handarbeit…also kommt hier für euch die Anleitung:

Baumwollgarn in verschiedenen Farben
1 Sicherheitsnadel

 

  1. Für das erste Band am Besten 5 verschiedenfarbigen Schnüre mit 1 m Länge zurechtschneiden und am oberen Ende mit einem großen, aber nicht zu festen Knoten verbinden. Den Knoten kann man dann an einem Kissen oder der eigenen Hose feststecken um das Band zu fixieren (dabei ist mir wieder eingefallen, wie oft ich mir dabei früher ins Knie gestochen habe)
  2. Anschließend die Schnüre nebeneinander in die Reihenfolge legen, in der die Farben im Bändchen aufeinander folgen sollen. Dabei unbedingt darauf achten, dass sich die unteren Enden nicht verheddern oder verknoten.
    Freundschaftsbänder Schritt 1 by Mamlo Connection
  3. Man verwendet für die Knoten immer nur zwei Schnüre zur Zeit. Man beginnt ganz links, mit der ersten und zweiten Schnur. Der erste Faden wird zunächst einmal um den zweiten gelegt und durch die entstehende Schlaufe von hinten nach vorne oben durchgezogen. Diesen Arbeitsschritt noch einmal mit denselben beiden Fäden wiederholen. Das Ergebnis ist ein Doppelknoten in der Farbe des Fadens, der zu Beginn ganz links lag.
    Freundschaftsbänder Schritt 2 by Mamlo ConnectionFreundschaftsbänder Schritt 3 by Mamlo ConnectionFreundschaftsbänder Schritt 4 by Mamlo Connection
  4. Dieser Faden ist in der aktuellen Knotenreihe der Arbeitsfaden. Er hat sich nun eine Position weiterbewegt, so dass er zwischen dem zweiten und dem dritten Faden liegt. Knote nun den Arbeitsfaden genauso um die dritte Schnur wie vorher um die zweite. Wieder entsteht ein zweiter Doppelknoten in der Farbe des Arbeitsfadens. Ebenso mit dem dritten und vierten usw. Faden verfahren. Dabei erhält man eine Reihe aus vier gleichfarbigen Doppelknoten. Dabei unbedingt darauf achten, dass die Knoten fest sind und dicht beieinander liegen.
    Freundschaftsbänder Schritt 5 by Mamlo ConnectionFreundschaftsbänder Schritt 6 by Mamlo Connection
  5. In der zweiten Reihe ist nun der aktuelle linke Faden der Arbeitsfaden, d.h. derjenige, der in der vorherigen Reihe an zweiter Stelle lag. Mit diesem Faden wiederum nacheinander die restlichen Fäden umknoten. Man erhält eine zweite Reihe Knoten und das Gewebe beginnt, sich zu stabilisieren.
  6. Nun so lange neue Reihen knoten, bis das Armband die gewünschte Länge erreicht hat. Dann den oberen Halteknoten öffnen und flechten die losen Enden zu Zöpfen flechten, mit denen das Band geschlossen werden kann.
    Freundschaftsbänder 2 by Mamlo Connection

Viel Spaß beim Herstellen und Verschenken…ich war selber überrascht, dass diese Bänder immer noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern…Smiley

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1 Kommentar

  • Antwort
    Katharina
    3. Juni 2014 at 9:53

    Ich habe gerade so herzlich geschmunzelt über die aktuellen Kettenbriefe und bin gedanklich in die Vergangenheit gedüst. Ach ja, die kleinen Briefchen und Bändchen.
    Meine Töchter wollen das unbedingt bald lernen. Es liegt schon alles hier. Also bald wird auch hier die Produktion starten.
    Liebe Grüße
    Katharina

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