Get the look!

Get the look – Badewannenstrudel

Badewannenstrudel

‚Get the look‘ steht heute mal ganz im Zeichen eines gemütlichen Herbstabends in der Badewanne. Ich muss ja zugeben, dass ich meistens genau einmal pro dunkler Jahreszeit die Muße finde und in die Badewanne gehe. Und kaum liege ich drin, ruft einer. Oder mir wird langweilig. Über den Sommer vergesse ich das dann wieder und wenn es früher dunkler wird und alle Frauenzeitschriften suggerieren, dass jede Frau genau davon träumt, nehme ich es wieder auf meine Herbst-Bucket-List.

Wisst ihr, was ich beim Baden wirklich spannend finde?! Wenn man in der Badewanne den Stöpsel zieht, bildet das abfließende Wasser einen Strudel aus. Bis heute hält sich das hartnäckige Gerücht, dass die Rotation des hinausströmenden Wassers auf der Nordhalbkugel immer im Gegenuhrzeigersinn und auf der Südhalbkugel immer im Uhrzeigersinn erfolge. Das Gerücht gründet sich auf die Corioliskraft und ich muss zugeben, dass ich die These gegenüber den Kindern auch schon 1 bis 100 Mal erwähnt habe – Klugscheißerwissen, aber trotzdem leider nur ein Gerücht.

[Die Corioliskraft verdankt ihren Namen dem französischen Physiker Gaspard Gustave de Coriolis (1792–1843). Sie beschreibt den physikalischen Effekt, dass innerhalb eines rotierenden Bezugsystems – wie es ja die Erde ist – alle sich bewegenden Objekte eine Ablenkung erfahren.]

Denn den Einfluss der Corioliskraft auf das abfließende Wasser bei dieser Größenordnung schätzt Professor John McCalpin von der University of Delaware auf ungefähr 10.000 Mal geringer als den anderer Faktoren. Wie der Stöpsel gezogen wird oder wie das Wasser hin- und her schwappt ist entscheidender für die Drehrichtung des Wirbels über dem Abfluss. Würde man jedoch eine Badewanne mit 500-fachen Volumen einer Standardwanne nehmen, also so um die 850 Meter lang, und die gefüllte Wanne ein paar Tage ruhen lassen, so könnte man den Effekt der Corioliskraft in dieser Badewanne zuverlässig nachweisen. Das haben zumindest die Berechnungen des australischen Mathematikers Michael Page von der Monash University ergeben. In solch einer gigantischen Badewanne könnte man tatsächlich beobachten, dass der Wirbel über dem Abfluss auf der Nordhalbkugel jedes Mal gegen den Uhrzeigersinn und südlich des Äquators im Uhrzeigersinn dreht. Naja, eher unwahrscheinlich, dass den Versuch mal jemand nachbaut!




Entspannt euch schön – und beobachtet nachher mal, in welche Richtung das Wasser sich strudelt ;-)

Herzlichst,
Christina

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