That's Life!

Die Macht von Nein! Respekt statt Rechtfertigung: So geht’s

Nein by Mamlo Connection

Wie Nein?! Hab ich jetzt wirklich Nein gesagt? Und das, obwohl das an mich herangetragene Anliegen doch eigentlich ein leichtes für mich wäre?! Doch wie kam es zu dieser spontanen Fehl-Reaktion und wer hat das Nein von mir zu hören bekommen?! Die Geschichte ging so…

Ich kam gerade ganz in Gedanken von einem sehr interessanten Vortrag zum Thema Stressbewältigung des leitenden Kurarztes, als mir der Leiter des Kinderhortes der Kurklinik über den Weg lief…am Freitag sei ja Sonnenfinsternis und er hätte jetzt erfahren, dass man zur Beobachtung besondere Brillen benötige (ist ja auch was ganz Neues)…ach ja, und wo man denn nur für 60 Kinder innerhalb von 3 Tagen Brillen herbekommen könne…das wäre ja so schade, wenn die Kinder dem Spektakel nicht beiwohnen könnten…bla bla bla…

Meinen Hinweis, dass man die doch sicherlich im Internet für Schulklassen bestellen könne und ich wüsste, dass z.B. das Planetarium diese auch verkaufe, wandelte er direkt in die Aufforderung freundliche Frage um „Ach das ist ja toll, könnten Sie sich da mal schlau machen, wo und zu welchem Preis wir die Brillen bestellen können?“ – „Nein!“…o.k. ich habe mich nicht ganz an Punkt 6 meiner eigenen Aufzählung gehalten und ergänzt „Ich bin hier zur Erholung und Sie, um sich um die Kinderbetreuung zu kümmern!“ (selbstverständlich ganz freundlich und unzickig wie man es von mir gewohnt ist ;o))

Und wie erwartet, habe ich danach etliche Minuten darüber gegrübelt, ob ich nicht doch sollte…sonst könnten die Kinder ja nicht nach draußen und beobachten…aber ich bin konsequent geblieben! Und die Gedanken waren letztendlich überflüssig…es war eh bewölkt!

Die folgenden Strategien habe ich frisch aus dem Vortrag zur Stressbewältigung mitgenommen und ich möchte sie euch nicht vorenthalten. Denn „Nein“ ist ein wichtiges Wort für ein entspannteres Leben, um nicht ständig Dinge zu tun, die man gar nicht tun möchte, nur weil man sich nicht traut, ein Anliegen abzulehnen.

Zitat Sophia Loren by Mamlo Connection

1 Den Reflex stoppen

Du fühlst dich angesprochen und reagierst, bevor dich überhaupt jemand um etwas bittet? Diesen Reflex kannst du stoppen, indem du dir eine Gegenmaßnahme ‚verordnet‘ (z.B. fünfmal ein- und ausatmen) und dann in Ruhe entscheidet, bevor du antwortest.

2 Was könnte schon passieren

Überleg dir, was kann schlimmstenfalls passieren, wenn du Nein sagst? Beim näheren Hinschauen merkt man meist, dass die meisten Bedenken übertrieben sind. Schlimmstenfalls hält man euch für wenig engagiert, häufig bringt euch das aber auch den Respekt des Gegenübers ein.

3 Zuständigkeiten klären

„Kann das nicht auch jemand anderes machen?“ ist eine Frage, die man durchaus auch mal stellen darf, denn peinlich angesprochen werden sich nur die fühlen, die nie eine Aufgabe übernehmen.

4 Freundlich sein aber hart bleiben

Ein freundliches und direktes Nein wird von den meisten Menschen erstaunlich gut ‚weggesteckt‘. Die meisten Konflikte entstehen, weil man beim Nein sagen zickig oder defensiv rüberkommt. Also freundlich aber bestimmt „Nein!“…auch „Nein, aber Danke fürs Fragen!“ ;o)

5 Die Hamburger-Methode anwenden

Ablehnung muss nicht knallhart sein. Man kann charmant und dennoch unmissverständlich Nein sagen. So wie bei einem Hamburger das Fleisch zwischen zwei Brötchenhälften liegt, packt ihr eure Weigerung zwischen zwei positive Aussagen. Das klingt etwa so: „Ich fühle mich geehrt, dass ihr mich fragt (positive Aussage), aber ich möchte die Aufgabe nicht übernehmen (Weigerung). Bestimmt findet ihr bald jemanden, der das sehr gut macht (positive Aussage).“

6 Nein ist ein ganzer Satz

Auch wenn die Hamburger-Methode ’nett‘ und freundlich ist, grundsätzlich aber gilt: ein Nein braucht weder eine Erklärung noch eine Rechtfertigung!

7 Bei Schuldgefühlen nicht nachgeben

Wahrscheinlich der schwierigste Punkt. Denn haben wir dann endlich einmal Nein gesagt, überkommt uns direkt das schlechte Gewissen…weil man die eigenen Bedürfnisse höher einstuft, als die, die mit der Frage herangetragen wurden. Aber jetzt mal ehrlich! Sollten unsere eigenen Bedürfnisse nicht immer in unserem Fokus sein? Je öfter man diesen inneren Konflikt durchsteht, desto schwächer wird er. Und nur, weil man auch mal an sich denkt, ist man nicht direkt ein eiskalter Egoist!

Sonst macht es ja keiner?! Dann halt nicht! 

Schaut einmal bei euch nach! Bei welchen Menschen oder in welchen Situationen fällt es euch leicht oder leichter, Nein zu sagen? In welchen schafft ihr es überhaupt nicht oder nur mit großer Anstrengung bzw. mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Herzlichst,
Christina

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4 Kommentare

  • Antwort
    Viola Elvermann
    23. März 2015 at 20:14

    Mit Wut selbst erledigen oder eben mit Schuldgefühlen leben!
    Freue mich schon sehr auf meine Kur

    • Antwort
      Christina
      24. März 2015 at 9:12

      Hallo Viola,

      da kannst du dich wirklich drauf freuen…endlich einmal Zeit…auch, um über ganz viele Dinge in Ruhe nachzudenken!
      Herzliche Grüße
      Christina

  • Antwort
    Steffi
    2. Mai 2015 at 10:00

    Hallo Christina,
    das ist wirklich ein ganz toller Artikel! Und so wahr! Eigentlich scheint es doch, dank deiner kleinen Anleitung so einfach zu sein und doch fällt es mir immer wieder schwer einfach mal „nein“ zu sagen. Ich schätze, wenn ich den Reflex erstmal stoppe hilft mir das. ;) Danke dir für diesen Tipp!
    Dein Blog gefällt mir auch ansonsten sehr sehr gut! Besonders die Kategorien „That´s life“ und „und sonst so?!“ sind genau mein Ding!
    Liebe Grüße
    Steffi
    http://www.felicee-feeling.de

    • Antwort
      Christina
      3. Mai 2015 at 10:01

      Vielen Dank für deine liebe Rückmeldung! Es freut mich sehr, wenn du öfter vorbei schaust.
      Ich hoffe, wir lesen weiterhin voneinander.
      Liebe Grüße,
      Christina

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